Urlaub Sri Lanka gefährlich?

Die Jahre 1983 bis 2009 werden in die Geschichte Sri Lankas als Zeit eines blutigen Bürgerkrieges eingehen. Grund für die Streitigkeiten war der Anspruch der größten Minderheit des Landes, der Tamilen, auf einen eigenen Staat im Osten und Norden der Insel.

Die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) war die militärische Organisation der Tamilen und brachte mit einem Attentat im Juli 1983 den Bürgerkrieg ins Rollen.

Dem Anschlag, dem 13 Soldaten zum Opfer fielen, folgten Pogrome gegen Anhänger der Minderheit im ganzen Land, bei denen wiederum hunderte Tamilen ums Leben kamen. 1987 wurden auf Intervention Indiens UNO Truppen nach Sri Lanka entsendet, die aber drei Jahre später ohne nennenswerte Erfolge wieder abgezogen wurden. Nach zahlreichen Kämpfen und Anschlägen, etwa 1991 und 1993 auf die Premierminister Sri Lankas und Indiens, gelang es den Tigers of Tamil Eelam schließlich, den Nordosten und Norden der Insel einzunehmen und zu kontrollieren. Ein 2002 ausgerufener Waffenstillstand war nur von kurzer Dauer, 2006 eskalierte der Konflikt wieder und teils schwerste Kämpfe forderten zahlreiche Menschenopfer.

2008 entschied die Regierung Sri Lankas, eine militärische Offensive gegen die LTTE zu starten und konnte Stück für Stück an besetzten Gebieten zurückerobern. Schließlich wurde im Mai 2009 die gesamte Führung der Aufständischen getötet und der Präsident Mahinda Rajapaksa verkündete das Ende des 26 Jahre andauernden Bürgerkrieges. Touristen waren in der Zeit der Streitigkeiten nur sehr selten Ziele der Angriffe. Vereinzelt gab es Zwischenfälle, speziell die Ferienregionen an der West- und Südküste waren aber auch in den Kriegsjahren gut besucht.

Seit dem Ende des Bürgerkrieges wurden keinerlei Terroranschläge verübt. Dennoch sind Militär und Polizei von den Straßen Sri Lankas nicht wegzudenken. Die starke Präsenz der Sicherheitskräfte soll auch weiterhin den Frieden im Land gewährleisten. Für Besucher gilt: Den Anordnungen von Militär und Polizei ist unbedingt nachzukommen und größere Menschenansammlungen, insbesondere Demonstrationen, sind unbedingt zu meiden. Diese Empfehlung spricht auch das Auswärtige Amt aus.

In diesen friedlichen Zeiten sind endlich alle Reiseziele innerhalb Sri Lankas ohne Einschränkungen zu bereisen. Auch die einstige Genehmigungspflicht für Urlaubsreisen in die nördlichen Regionen, etwa nach Jaffna, wurde aufgehoben. Gerade im Norden und Osten ist das Militär aber stark vertreten, nicht zuletzt wegen der stetigen Entminungen der früheren Kampfregionen. Trotz unermüdlicher Einsätze diverser Hilfsorganisationen ist die Entschärfung der Minenfelder noch nicht abgeschlossen. Bei Reisen in ehemalige Krisengebiete empfiehlt es sich, auf befestigten Wegen zu bleiben. Wer Granaten sichtet, ist angehalten, diese auf keinen Umständen zu berühren und dem nächsten Polizeirevier zu melden.